BMW M Concept Neue Klasse
BMW M zeigt das Concept Neue Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans. Le Mans steht für Dauerbelastung, Aerodynamik und Effizienz – also genau für die Themen, an denen sich ein elektrisches M-Modell messen lassen muss.
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Optisch tritt das Concept Neue Klasse entsprechend breitbeinig auf. Monza Red metallic, schwarze Dachgrafik, gelbe M-Leuchten, weit ausgestellte Radhäuser, Zentralverschlussräder mit rot-blauer Codierung: BMW hat dem Auto reichlich Motorsport-Vokabular mitgegeben. Die Neue Klasse bekommt bei M offenbar keine bloße Spoilerkur. Sie wird gestalterisch deutlich aggressiver übersetzt.

BMW M Concept Neue Klasse/Foto: BMW
Vorn kombiniert BMW eine nach vorn gezogene Sharknose mit flachen Leuchten und einer neu gedachten Einheit aus Scheinwerfern und Niere. Die gelben Lichtsignaturen sollen künftig zum Erkennungszeichen von BMW M werden. Das zitiert GT-Rennwagen und den BMW M Hybrid V8, wirkt aber auch wie eine Kampfansage an die glatten Lichtbänder der Elektro-Gegenwart. Bei BMW M darf der Blick offenbar wieder ein bisschen unfreundlicher sein.
Auffällig ist die Fronthaube mit ihrem V-förmigen Luftauslass. Auch ein elektrischer M muss gekühlt werden, nur geht es dabei nicht mehr um Zylinderköpfe und Turbolader, sondern um Batterie, Leistungselektronik und E-Motoren. Dazu kommen ein Frontsplitter, neu gestaltete M-Aero-Außenspiegel und eine dreigeteilte Frontschürze, die BMW als Trimaran-Stil bezeichnet. Der Verweis auf schnelle Segelboote ist etwas speziell, beschreibt die Form aber ganz gut: Die Front wirkt breiter, tiefer und technischer. Am Heck wiederholt sich diese Logik. Track Lights, Trimaran-Element, freischwebender Diffusor und Ducktail-Spoiler bilden eine klare M-Sprache.

BMW M Concept Neue Klasse/Foto: BMW
BMW verwendet Naturfaser-Elemente im Exterieur und Interieur, unter anderem am Frontsplitter, im Luftauslass der Haube und im Diffusor. In der Dachgrafik taucht das Material erstmals in veredelter Form mit M Branding auf. Naturfaser-Verbundwerkstoffe können Gewicht senken, Steifigkeit liefern und Oberflächen eine andere Anmutung geben als klassisches Sichtcarbon.
Innen gibt es vier neu entwickelte Schalensitze, rote Fünf-Punkt-Gurte, Bathurst Blue und Berry Red auf Merino-Leder, dazu schwarzes Nubukleder an Lenkrad, Türverkleidungen und Überrollbügel. Das Cockpit wirkt auf den Bildern nicht wie ein rollendes Tablet-Möbel, sondern wie ein Arbeitsplatz. Das freischwebende Dashboard trägt schwarzen Strick und wird mit einem M-spezifischen hexagonalen Lichtmuster hinterleuchtet. Rote Akzente am Gangwahlschalter, an den Schaltwippen und in den Anzeigen setzen die üblichen Warnsignale: Hier wird nicht nur navigiert, hier wird gefahren.

BMW M Concept Neue Klasse/Foto: BMW
Das Conceptcar verfügt über M eDrive mit vier Elektromotoren. Dazu kommt die BMW M Dynamic Performance Control im Hochleistungsrechner Heart of Joy. Der Antrieb basiert auf der Gen6-Technologie der Neuen Klasse und soll Antrieb und Bremsanlage radindividuell steuern. Genau dort liegt der große Unterschied zwischen einem starken Elektroauto und einem echten M-Modell. Leistung allein ist inzwischen billig geworden. Entscheidend wird, wie fein sie verteilt, zurückgenommen, aufgebaut und wieder eingesammelt wird.
Radindividuelle Steuerung bedeutet: Jedes Rad kann präziser in die Fahrdynamik eingebunden werden. Traktion, Rekuperation, Bremsmoment und Antriebsmoment lassen sich enger verzahnen. BMW verspricht hohe Rekuperationsleistung, optimale Traktion bis in den Grenzbereich und ein besonders direktes Ansprechverhalten.

BMW M Concept Neue Klasse/Foto: BMW
Die Batterie passt zu diesem Anspruch. BMW nennt 800-Volt-Technologie und eine Hochvoltbatterie mit mehr als 100 kWh Energiegehalt. Die M-spezifisch optimierten Gen6-Rundzellen sollen hohe Leistung bei Energieabgabe und Laden ermöglichen. Interessant ist außerdem die Konstruktion: Das Batteriegehäuse ist als Strukturbauteil fest mit Vorder- und Hinterachse verbunden.
Konkrete Leistungsdaten, Fahrwerte oder Serienangaben stehen noch aus. Trotzdem zeigt das BMW M Concept Neue Klasse bereits ziemlich klar, wohin die Reise geht. M wird elektrisch, aber M will dabei sichtbar M bleiben: breite Spur, funktionale Aerodynamik, Motorsport-Zitate, Fahrerfokus und ein Antrieb, der über Software so fein geregelt werden soll, wie früher Differenziale, Dämpfer, Sperren und Gaspedalkennlinien mechanisch und elektronisch zusammenspielten.

BMW M Concept Neue Klasse/Foto: BMW
Der eigentliche Prüfstein kommt später. Auf Fotos wirkt das Concept entschlossen, in Le Mans ist es passend platziert. Entscheidend wird aber, ob BMW aus vier Elektromotoren, Software und Batteriegewicht wieder ein echtes M-Gefühl formt: direkt, präzise und auch dann noch kontrollierbar, wenn aus Leistung Fahrdynamik werden soll.
Fotos: BMW
































