Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung
Der Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung ist weit mehr als eine verschärfte Version des CLE 53. AMG hat den Allradantrieb, die Rücksitze, Dämmmaterial und zahlreiche Komfortfunktionen entfernt, die Karosserie verbreitert und das Fahrzeug mit einem 646 PS starken V8 Aggregat ausgestattet. Das Ergebnis: ein straßenzugelassenes Coupé mit Rennwagen-Attitude.
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Ausgangspunkt ist ausgerechnet der Mercedes-AMG CLE 53. In Affalterbach wird das Auto allerdings so umfassend umgebaut, dass Mercedes von einem kompletten Neuaufbau spricht. Selbst die Rohkarosserie wurde verändert. Rund 170 Kilogramm Gewicht sollen eingespart worden sein.

Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung/Foto: Mercedes-Benz
Der weiterentwickelte 4,0-Liter-V8-Biturbo leistet 646 PS und liefert 850 Nm Drehmoment. Die Leistung gibt dem Sondermodell zugleich seinen Namen: CLE 646. Das AMG Performance 4MATIC+ System des Ausgangsmodells fliegt komplett raus. Sämtliche 646 PS gehen ausschließlich an die Hinterräder. Dort verteilt ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial die Kraft.
Von 0 auf 100 km/h benötigt der CLE 646 deshalb vergleichsweise unspektakuläre 3,9 Sekunden. Interessanter wird die Sache danach: Tempo 200 ist nach 11,4 Sekunden erreicht, maximal sind 310 km/h möglich. Eine Flat-Plane-Kurbelwelle reduziert rotierende Massen und soll für spontaneres Ansprechen sorgen. Drei Kühlkreisläufe kümmern sich um Motor, Ladeluft, Getriebeöl und 48-Volt-Technik. Die Titan-Abgasanlage entstand in Zusammenarbeit mit Akrapovič.

Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung/Foto: Mercedes-Benz
Der Unterschied zum normalen CLE ist mehr als deutlch. AMG verbreitert die Spur an beiden Achsen um jeweils 60 Millimeter. Dafür musste der Rohbau angepasst und verstärkt werden. Kotflügelverbreiterungen, Motorhaube, Dach, Front- und Heckschürze, Diffusor und Kofferraumdeckel bestehen teilweise oder vollständig aus Carbon. Heck- und hintere Seitenscheiben sind aus Polycarbonat gefertigt. Vorne stehen 305 Millimeter breite Reifen im Radhaus, hinten sind es sogar 335 Millimeter.
Trotz aller Diät bleibt allerdings eine Zahl bemerkenswert: 1.895 Kilogramm DIN-Leergewicht. Purismus ist bei einem modernen Hochleistungs-Coupé eben relativ. Der Aufwand des Leichtbaus zeigt vor allem, wie schwer die technische Ausgangsbasis inzwischen ist.
AMG entwickelte gemeinsam mit KW ein Stahl-Gewindefahrwerk mit separat einstellbarer High- und Lowspeed-Zug- sowie Druckstufe. Die Vorderachse liegt 22 Millimeter tiefer, hinten sind es 16 Millimeter. Eine Keramik-Verbundbremsanlage mit 420 Millimeter großen Scheiben vorne soll auch längere Rennstreckeneinsätze verkraften.

Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung/Foto: Mercedes-Benz
Frontdiffusor und Heckflügel lassen sich für den Rennstreckenbetrieb manuell einstellen. Dazu kommen Entlüftungen in den vorderen Kotflügeln, Luftkanäle neben den Scheinwerfern, Flics sowie ein weitgehend geschlossener und aerodynamisch bearbeiteter Unterboden. Bei Höchstgeschwindigkeit erzeugt das Paket laut Mercedes mehr als 250 Kilogramm Abtrieb. Die Traktionskontrolle lässt sich bei deaktiviertem ESP in neun Stufen regulieren.
Innen setzt sich das Konzept fort. Die Rückbank verschwindet ebenso wie Teile der Geräuschdämmung. Leichte Rennschalensitze, Carbon-Türverkleidungen und ein Überrollbügel ziehen ein. Selbst das Soundsystem wird abgespeckt. Wer das optionale Performance-Paket bestellt hat, bekommt zusätzlich Sechspunktgurte.

Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung/Foto: Mercedes Benz
Der CLE 646 ist nach dem PureSpeed das zweite Modell der sogenannten Mythos Serie. Während Mercedes vom offenen PureSpeed noch 250 Exemplare baut, entstehen vom CLE 646 lediglich 30 Fahrzeuge.
Jedes davon wird in Affalterbach von Hand aus einem CLE 53 aufgebaut. Mercedes zieht dabei selbst die Verbindung zu früheren AMG-Manufakturprojekten wie dem 300 CE 6.0 „Hammer“. Das passt: Auch damals bestand ein wesentlicher Teil der Idee darin, ein vorhandenes Mercedes-Modell weit über das ursprünglich vorgesehene Maß hinaus aufzurüsten.
Über einen Preis verliert Mercedes in der Pressemitteilung kein Wort. Alle 30 Exemplare waren bereits vor der offiziellen Weltpremiere verkauft.
Fotos: Mercedes-Benz


















