Die neue Mercedes-Maybach S-Klasse
Mercedes hat die Maybach S-Klasse gründlich überarbeitet. Der Grill wächst, das Licht wird aufwendiger, innen übernimmt erstmals MB.OS die digitale Bühne. Dazu kommen neue elektrifizierte Motoren, mehr Assistenztechnik, ein verfeinertes Fahrwerk und ein noch größeres Manufaktur-Programm. Aus der klassischen Chauffeurslimousine wird damit stärker denn je ein rollender Luxusraum mit Software-Anschluss.
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Vorne trägt die neue Mercedes-Maybach S-Klasse einen deutlich größeren Kühlergrill. Mercedes spricht von 20 Prozent mehr Fläche. Die Kontur ist beleuchtet, der Maybach-Schriftzug im Rahmen ebenfalls. Je nach Markt können außerdem das Maybach-Emblem an der C-Säule und sogar der aufrecht stehende Stern auf der Motorhaube illuminiert werden. Wer bisher dachte, Maybach sei die diskrete Seite von Mercedes, muss den Begriff „Diskretion“ künftig etwas großzügiger auslegen.
Dazu kommen Doppel-Stern-Scheinwerfer mit Akzenten in Roségold, ein Maybach-Muster in den Lufteinlässen, neue Rückleuchten mit Sternmotiven und ein Projektor in den Seitenschwellern, der beim Ein- und Aussteigen den Maybach-Schriftzug auf den Boden wirft. Auch das Heck wurde verfeinert, unter anderem mit einer zweifarbigen Griffleiste in Chrom und schwarzem Hochglanz.

Mercedes-Maybach S 680 smaragdgrün/mojavsilber /Foto: Mercedes-Benz
Besonders hübsch ist das neue Schmiederad mit beweglichem Stern. In allen geschmiedeten Rädern in Silberoptik bleibt das Mercedes-Emblem über einen Kugellager-Mechanismus immer aufrecht stehen.
Auch bei den Rädern legt Mercedes nach. Neu sind zwei Schmiederäder im Vielspeichendesign: ein 21-Zoll-MANUFAKTUR-Rad mit Goldfinish und ein 20-Zoll-Rad mit polierten Oberflächen. Für die Night Series gibt es außerdem erstmals Nautikblau metallic. Das Paket bleibt die dunklere, etwas strengere Interpretation der Maybach-Welt, mit dunklen Chromakzenten und Interieurvarianten in schwarzem Maybach Exclusive Nappaleder oder MANUFAKTUR tiefweiß/schwarz pearl.

Mercedes-Maybach S 680 smaragdgrün/mojavsilber /Foto: Mercedes-Benz
Innen bekommt die Maybach S-Klasse vor allem mehr digitale Bedienung und mehr Komfortdetails für den Fond. Vorn sitzt jetzt der MBUX Superscreen, hinten gibt es zwei 13,1-Zoll-Displays mit neuen Fernbedienungen. Darüber lassen sich Klimatisierung, Rollos und Entertainment steuern. Dazu kommen automatische Komforttüren, Executive-Sitze, ein herausnehmbares Zehn-Liter-Kühlfach und Halterungen für die versilberten Robbe-&-Berking-Kelche.
Die Mittelkonsole wurde neu gestaltet. Vorne gibt es eine optimierte Smartphone-Ablage mit Ladefunktion, hinten zwei Halterungen für die erwähnten Kelche. Das Kühlfach hinter der Fondarmlehne fasst zehn Liter und kann herausgenommen werden, wenn mehr Stauraum gebraucht wird.

Mercedes-Maybach S 580e hightechsilber/selenitgrau MANUFAKTUR Sonderpolsterung Leder Exklusiv Nappa Maybach yachtblau / schwarz /Foto: Mercedes-Benz
Beim Material setzt Mercedes auf offenporige Hölzer wie Eiche oder Holz Amber braun mit Fischgrat-Dekor, neue Farben und eine weiter ausgebaute Ambientebeleuchtung. Die aktive Ambientebeleuchtung arbeitet mit 199 LEDs, zehn Farbwelten und 64 einzeln wählbaren Farben. Exklusive Maybach-Töne wie Roségold White und Amethyst Glow gehören dazu. Das Licht reagiert auf Sprachbefehle, Klimaeinstellungen und Hinweise der Assistenzsysteme.
Erstmals gibt es auch ein lederfreies Interieur. Mercedes kombiniert dabei ARTICO mit dem neuen „Mirville“-Textil aus Leinen und recyceltem Polyester. Dazu kommen tiefweiße Paspeln und eine eigene Ziernaht-Grafik.
Der größere Schritt findet allerdings nicht außen statt, sondern bei Software, Assistenzsystemen, Antrieben und Fahrwerk. Erstmals kommt MB.OS in einem Maybach-Modell zum Einsatz, zusammen mit der vierten Generation MBUX. Serienmäßig ist der MBUX Superscreen an Bord. Er verbindet ein 36,6 Zentimeter großes Zentraldisplay und ein 31,2 Zentimeter großes Beifahrerdisplay unter einer gemeinsamen Glasfläche. Das 31,2 Zentimeter große Kombiinstrument sitzt davor und ist optional in 3D erhältlich.

Mercedes-Maybach S 580 MANUFAKTUR olivmetallic MANUFAKTUR Sonderpolsterung Leder Exklusiv Nappa Maybach tobacco / schwarz /Foto: Mercedes-Benz
Im Fond gibt es zwei 33,3 Zentimeter große Displays, also 13,1 Zoll, plus neue Fernbedienungen. Darüber lassen sich Klimatisierung, Rollos und Entertainment steuern. Integrierte Kameras ermöglichen Videotelefonie. Der Maybach wird damit nicht nur Rückzugsort, sondern auch rollendes Büro. Für viele Kunden dürfte genau das wichtiger sein als die Frage, wie präzise die Vorderachse einlenkt.
Der neue MBUX Virtual Assistant nutzt künstliche Intelligenz von Partnern wie Microsoft und Google. Genannt werden ChatGPT 4o, Microsoft Bing Suche und Google Gemini. Der Assistent soll komplexere Dialoge führen und sich an frühere Interaktionen erinnern können. Auf dem Zero Layer lassen sich Apps frei anordnen. Over-the-Air-Updates halten Entertainment, Fahrzeugfunktionen und Assistenzsysteme aktuell.

Mercedes-Maybach S 680 smaragdgrün/mojavsilber /Foto: Mercedes-Benz
In Europa und weiteren ausgewählten Märkten steht künftig der weiterentwickelte Achtzylinder M 177 Evo im Mercedes-Maybach S 680 an der Spitze. Er leistet 450 kW plus 17 kW vom Mildhybrid-System und kommt auf 850 plus 205 Newtonmeter Drehmoment. Damit bewegt er sich laut Mercedes auf dem Niveau des aktuellen Zwölfzylinders. Zwei Lanchester-Ausgleichswellen sollen für besondere Laufruhe sorgen. Der V12 bleibt im S 680 nur in ausgewählten Märkten verfügbar.
Der Mercedes-Maybach S 580 erhält ebenfalls einen stärkeren Achtzylinder. Hier nennt Mercedes 395 kW plus 17 kW und 750 plus 205 Newtonmeter. Dazu kommt der S 580 e mit EQ Hybrid Technologie. Sein überarbeiteter Reihensechszylinder soll spontaner reagieren, die elektrische Unterstützung im mittleren Drehzahlbereich kräftiger ausfallen. Die rein elektrische Reichweite liegt bei rund 100 Kilometern. Die Systemleistung steigt im Vergleich zur vorherigen Motorengeneration um bis zu 55 kW.

Mercedes-Maybach S 680 smaragdgrün/mojavsilber /Foto: Mercedes-Benz
Die neue AIRMATIC Luftfederung nutzt eine intelligente, vorausschauende Dämpfung. Sie greift auf Car-to-X-Informationen zurück, die vorausfahrende Mercedes-Benz Fahrzeuge in Echtzeit an die Mercedes-Benz Intelligent Cloud übermittelt haben. Das System kann sich dadurch auf bestimmte Straßenbeschaffenheiten vorbereiten.
Bei den Assistenzsystemen bringt Mercedes neue Hardware und zusätzliche Funktionen. In Europa ist MB.DRIVE ASSIST serienmäßig an Bord, inklusive Abstands-Assistent DISTRONIC mit Lenk-Assistent und Spurwechsel-Assistent. Je nach Markt gibt es zusätzliche Funktionen über MB.DRIVE ASSIST PLUS. MB.DRIVE ASSIST PRO soll ein Punkt-zu-Punkt-Fahrerlebnis auch in dichtem Stadtverkehr ermöglichen. Die Einführung startet allerdings zunächst in China, danach folgen die USA. Weitere Märkte hängen von den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.

Mercedes-Maybach S 580 MANUFAKTUR olivmetallic /Foto: Mercedes-Benz
Beim Parken hilft MB.DRIVE PARKING ASSIST 360. Das System erkennt Parklücken auf beiden Fahrzeugseiten früher, kann erstmals auch schräg einparken und das Auto nach manuellem Einparken automatisch wieder aus der Lücke bewegen. Eine neue 360-Grad-Grafik im Zentraldisplay verbessert die Rundumsicht. Zusätzlich gibt es ein digitales Extra, das beim Rangieren vor möglichen Felgenschäden warnt.
Ein großer Teil des Maybach-Geschäfts bleibt Individualisierung. Laut Mercedes ist nahezu jede Maybach S-Klasse mit mindestens einem MANUFAKTUR-Element ausgestattet, im Durchschnitt sogar mit drei. Zur Auswahl stehen mehr als 150 Lackfarben und über 400 Interieurfarben. Neu sind die Lacke MANUFAKTUR black sparkling mit echten Glasplättchen und MANUFAKTUR verdesilber magno. Innen kommen neue Farbwelten wie tobacco/schwarz, karminrot/schwarz, lakegreen/schwarz und cornyellow/schwarz hinzu.
Gefertigt wird die neue Mercedes-Maybach S-Klasse im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen, genauer in der Factory 56. Dort verbindet Mercedes digitale Produktion mit klassischer Handarbeit in der MANUFAKTUR Werkstatt. Das passt zu diesem Auto: Software, Roboter, Cloud, KI – und am Ende sind es doch wieder Menschen, die Nähte, Oberflächen und Sonderwünsche prüfen.
Fotos: Mercedes-Benz










































