Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Porsche eine Sportwagen-Architektur in Serie brachte, die bis heute für ein anderes Verständnis von Balance steht: Transaxle. 2026 blickt Porsche auf 50 Jahre Transaxle zurück. Eine Ära, in der fast 400.000 Fahrzeuge verkauft wurden: 1976 bis 1995, getragen von den vier Typen 924, 928, 944 und 968.
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Die Transaxle-Geschichte beginnt in den 1970er-Jahren, ihre stärkste Phase liegt jedoch im darauffolgenden Jahrzehnt. In den 1980er-Jahren wird das Konzept sichtbar und erfolgreich. Dieses Jahrzehnt bildet die stärkste zeitliche Schnittmenge der Transaxle-Geschichte – technologisch, gestalterisch und in der öffentlichen Wahrnehmung. Der 944 trifft mit seiner Positionierung und seinem Charakter den Nerv vieler Kunden, die Modellfamilie wächst. Transaxle wird in dieser Zeit zu mehr als einer technischen Lösung. Es wird zum Porsche-Gefühl einer ganzen Generation.
Auch kulturell passen die 1980er-Jahre gut zu den Transaxle-Modellen. Die Welt wirkt in dieser Dekade aufgeladen von technischer Zuversicht und visuellen Kontrasten. Pop- und Filmkultur machen Sportwagen zum Lifestyle-Thema, gleichzeitig werden Videospiele und digitale Medien immer populärer. Die Atmosphäre zwischen Neonlicht, Aufbruch und Individualität gibt den Transaxle-Modellen eine Bühne. Mit dem Prinzip Transaxle unterstreicht Porsche, dass Identität auch aus dem Mut zur Veränderung erwächst.

924, Grafik, 2026,´/Foto: Porsche AG
„Transaxle“ steht bei Porsche für ein Layout, das das fahrdynamische Ziel der Ausgewogenheit verfolgt: Der Motor sitzt vorn, die Getriebeeinheit an der Hinterachse. Beide Baugruppen sind über eine Antriebswelle im Tragrohr gekoppelt, die das Drehmoment überträgt. Viele Fahrer schätzen an diesen Fahrzeugen die stabile Straßenlage und das gute Handling. Die Modelle kombinieren Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit, ohne die Fahrer zu überfordern.
Der Auftakt der Transaxle-Ära ist zugleich der Start in ein neues Kundensegment. Die Vorgeschichte beginnt mit dem Entwicklungsauftrag EA 425 im Jahr 1972. Als Volkswagen das Projekt 1974 beendet, übernimmt Porsche die Grundlage und führt sie 1976 als eigenen Sportwagen ein. Der 924 wird in Neckarsulm gefertigt und bleibt bis 1988 im Programm.

Robert Kussmaul, 924 Turbo/Foto: Porsche
Der 928 feierte 1977 in Genf Premiere und ist als komfortabler Gran Turismo positioniert. Er übersetzt die Transaxle-Logik konsequent Richtung Langstrecke: mit wassergekühltem V8-Leichtmetallmotor, Aluminiumfahrwerk und Weissach-Hinterachse. Ein Porsche für hohe Geschwindigkeiten mit mehr Komfort und Dynamik, gebaut für lange Strecken.
Der 944 wird in den 1980er-Jahren zum meistgesehenen Porsche innerhalb der Transaxle-Familie. Mit Leistung, Fahrbarkeit und einem Design, das kraftvoll wirkt und die Proportionen klarer betont, schließt er die Lücke zwischen Einstieg und klassischer Sportwagenlinie,
Von 1991 bis 1995 steht der 968 am Ende einer Linie, die über fast zwei Jahrzehnte konsequent weiterentwickelt wird. Sein 3-Liter-Vierzylinder mit 240 PS, 305 Nm und moderner Ventilsteuerung spiegelt die Reife der frühen 1990er-Jahre wider. Er verbindet hohe Leistung mit guter Alltagstauglichkeit und einem ausgewogenen Fahrverhalten.

Porsche 928, Illustration, 2026/Foto: Porsche AG
Die Transaxle-Modelle entstehen unter der Leitung von Anatole Lapine, unterstützt von Harm Lagaaji, Wolfgang Möbius und Peter Reisinger. Flache Fronten, Klappscheinwerfer, große Heckklappen und eine klare Linienführung prägen das Design der frühen Fahrzeuge und unterscheiden sie von vielen anderen Sportwagen dieser Zeit. Später wird die Formensprache definierter, die Präsenz steigt, die Familienähnlichkeit im Modellprogramm wächst. Wichtig ist dabei nicht nur das Außen: Auch innen zeigen sie einen Gestaltungswillen, der auf Funktionalität setzt, auf ergonomische Logik und ein Sportwagen-Cockpit, das den Fahrer führt. Alles wirkt aufgeräumt, fokussiert und trotzdem offen für Individualität. Transaxle bleibt klar im Grundriss und lässt dennoch Raum für persönliche Konfigurationen, Farben, Materialien, Details.
Im Motorsport zeigt sich, wie robust ein Konzept unter Dauerbelastung wirklich ist. Ab 1979 beginnen die Einsätze bei der Rallye Monte Carlo, Safari- und Australien-Rallye. 1980 holt der 924 den Titel in der US-amerikanischen SCCA-Meisterschaft. In Le Mans startet das Werksteam mit dem 924 GTP, wo die Vierzylinder 1980 und 1981 ihre Zuverlässigkeit beweisen. Ab 1981 können Privatteams den 924 Carrera GTS und den 924 Carrera GTR auf die Strecke bringen. Walter Röhrl pilotiert unter anderem ein besonderes Rallye-Derivat hiervon in der Deutschen Rallyemeisterschaft.

Walter Röhrl, 924 Carrera GTS Rallye, 2021/ Foto: Porsche AG
Unter dem Titel „Forever Young. Celebrating Transaxle“ würdigt das Team Porsche Heritage und Museum 50 Jahre Transaxle mit wechselnden Pop-ups und verschiedenen Perspektiven. Der Fokus liegt dabei auf dem Zeitgeist der 1980er-Jahre und auf der Mischung aus Technik, Design und Motorsport, die diese Ära geprägt hat.
Fotos: Porsche AG






























