Lamborghini auf Eis: Jarama GTS und 400 GT 2+2
Im Rahmen der Veranstaltung auf dem zugefrorenen St. Moritzersee zu Beginn des Jahres präsentierte Automobili Lamborghini zwei Fahrzeuge aus der Sammlung des Museums in Sant’Agata Bolognese: der Jarama GTS von 1973 war mit Skiträgern Skiern und einem Schlitten perfekt für das eisige Treffen gestylt, er war gemeinsam mit dem 400 GT 2+2 zu sehen. Beide Fahrzeuge spielen in der Geschichte des Unternehmens wichtige Rollen. Obwohl beide Fahrzeuge für unterschiedliche Jahrzehnte stehen, die Sechziger mit ihren runden Formen und die Siebziger mit ihren charakteristischen Ecken und Kanten, werden beiden 2+2-Sitzer vom gleichen Aggregat angetrieben: Lamborghinis Vierliter-V12 mit doppelter obenliegender Nockenwelle in Längsbauweise in der Fahrzeugfront.
Der Jarama GTS von 1973
Der Jarama GT wurde auf dem Genfer Automobilsalon im März 1970 vorgestellt. Er war der neue GT 2+2 von Lamborghini, der den Islero ersetzen sollte und dabei dessen Technik beibehielt. Seine ultramoderne Karosserie ist das Werk der Carrozzeria Bertone und ein perfekter Ausdruck der automobilen Formen, die die 1970er Jahre charakterisieren sollten, mit straffen, kantigen Linien. Der Jarama ist ein echter Gran Turismo, perfekt für komfortable, schnelle und angenehme Langstreckenfahrten voller Luxus.
Er bietet Platz für zwei Erwachsene, zwei Kinder im Fond sowie für mehrere Gepäckstücke. Eines der stilistischen Merkmale des Jarama sind die Lider, die die vorderen Scheinwerfer abdecken, wenn sie nicht in Gebrauch sind, ein einmaliges Element in der gesamten Geschichte der Lamborghini-Produktion. 1972 entstand der Jarama GTS, mit demselben Vierliter-Motor, der nun 365 PS leistet, und einigen ästhetischen Änderungen, wie einem erhöhten Lufteinlass auf der Motorhaube, Lufteinlässen auf den vorderen Kotflügeln und neu gestalteten Campagnolo-Felgen. Im Innenraum erhielt der GTS Sitze mit konturierten Rückenlehnen, um mehr Platz für die Rücksitze zu schaffen, eine Aluminiumblende für das Armaturenbrett, eine neue Anordnung der Sekundärknöpfe und eine serienmäßige Servolenkung. Die Produktion lief bis 1976, und als die Produktion des Jarama endete, war kein Ersatzmodell geplant. Insgesamt wurden 327 Fahrzeuge produziert: 177 GT und 150 GTS. Der in St. Moritz ausgestellte GTS von 1973, der damals nach Sizilien verkauft wurde und sich heute im Eigentum von Automobili Lamborghini befindet, ist noch in seiner Originalkonfiguration mit blau lackierter Karosserie in Blu Tahiti und senffarbenem Interieur erhalten.
Der 400 GT 2+2 von 1968
1966 wurde auf dem Genfer Automobilsalon der 400 GT vorgestellt. Seine Linienführung wurde gegenüber dem 350 GT leicht überarbeitet, vor allem im hinteren Teil der Karosserie, die um 6,5 Zentimeter angehoben wurde, um ihn zu einem 2+2-Sitzer zu machen.
Außerdem wurde er mit einem auf vier Liter vergrößerten Zwölfzylinder ausgestattet, der dank der vergrößerten Bohrung 320 PS bei 6500 Umdrehungen leistet. Mit dem 400 GT erreichte der V12 sein perfektes Entwicklungsstadium und wurde zum Aushängeschild von Lamborghini. In den folgenden zehn Jahren wurden alle in Sant’Agata Bolognese produzierten Zwölfzylinder-Modelle mit diesem Motor beziehungsweise den darauf basierenden Weiterentwicklungen ausgestattet. Der 400 GT erhielt auch das Lamborghini-Getriebe und das Differential, die im Hause Lamborghini entwickelt und hergestellt wurden, sowie eine überarbeitete Hinterradaufhängung. In der Oktoberausgabe 1966 des amerikanischen Magazins Road & Track wurde der 400 GT als „der beste GT, den wir je testen konnten“ bezeichnet, eine Bemerkung, die Ferruccio Lamborghini erfreute, der nur drei Jahre zuvor sein neues Unternehmen mit dem Wunsch ins Leben gerufen hatte, den besten GT der Welt zu bauen. Der in St. Moritz präsentierte 400 GT 2+2 wurde im März 1968 im Grauton Grigio Saint Vincent mit tabakfarbenem Interieur an die Grand Garage des Nations von Genf ausgeliefert und ist heute Bestandteil der Sammlung des Automobili-Lamborghini-Museums.
FOTOS: Automobili Lamborghini