Zurück im Originalzustand: Lamborghini präsentiert einen Miura SV von 1972
Lamborghini hat in Rom einen Miura SV von 1972 gezeigt, den der Polo Storico über drei Jahre hinweg restauriert und auf seine ursprüngliche Konfiguration zurückgeführt hat. Präsentiert wurde der Wagen beim ersten Anantara Concorso Roma vor der Casina Valadier.
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Der Miura SV kam Ende 2023 nach Sant’Agata Bolognese in einem Zustand an, der vom Original abwich. Damit begann keine kosmetische Auffrischung, sondern eine Art historischer Rückbau. Grundlage war das originale Produktionsdatenblatt. Von dort aus wurde jedes Detail überprüft und in den Zustand versetzt, den das Auto bei seiner Auslieferung trug.

Lamborghini Miura SV 1972/Foto: Lamborghini
Gerade bei einem Miura ist das ein Thema für Fortgeschrittene. Dieses Auto lebt von seiner Form, von Proportionen, von Oberflächen und von Details, die im Vorbeigehen leicht übersehen werden. Für den Polo Storico gehörten dazu die Lufteinlässe in den vorderen Kotflügeln, die Finnen oberhalb der Türgriffe mit ihren abgerundeten Kanten, die hinteren Lüftungsgitter, die oktogonalen Zentralverschlüsse und die korrekten „Bob“-Auspuffendrohre. Letztere tragen den Spitznamen des legendären Testfahrers Bob Wallace.

Lamborghini Miura SV 1972/Foto: Lamborghini
Auch der Innenraum wurde nicht einfach frisch gemacht, sondern historisch sauber rekonstruiert. Die Vorbereitung für die Klimaanlage wurde wiederhergestellt, die Warnblinkanlage reaktiviert, ein kompakteres Lenkrad montiert und der verlängerte Handbremshebel eingebaut. Besonders spannend ist die Farbkombination. Der Wagen trägt wieder Luci del Bosco, ein sattes Braun, kombiniert mit dem Interieurton Senat. Genau diese Rückkehr zur ursprünglichen Spezifikation verlangte laut Lamborghini weitere Recherche, weil sich dieser Farbton je nach Baujahr und Modell im Lauf der Zeit verändert hatte.

Lamborghini Miura SV 1972/Foto: Lamborghini
Und plötzlich steht da ein Miura, der vertraut wirkt und zugleich aus dem üblichen Beuteschema fällt. Viele denken beim Modell sofort an Orange, Gelb oder grelle Sechzigerjahre-Theatralik. Dieses Braun macht etwas anderes. Es nimmt dem Auto nichts von seiner Dramatik, sondern gibt ihm Würde und Tiefe. Als hätte jemand den exaltierten Stier für einen Abend in einen Maßanzug gesteckt.

Lamborghini Miura SV 1972/Foto: Lamborghini
Neben dem restaurierten Miura SV waren in Rom auch drei weitere historische Lamborghini zu sehen, die von ihren Besitzern zum Concours angemeldet wurden: zwei Countach 25th Anniversary und ein Miura P400 aus dem Jahr 1968. Dieser P400 ist besonders prominent, weil er aus der Eröffnungsszene von „The Italian Job“ bekannt ist. Lamborghini weist ausdrücklich darauf hin, dass genau dieses Fahrzeug entgegen vieler Erzählungen während der Dreharbeiten eben nicht zerstört wurde. Der Polo Storico hatte seine Identität bestätigt und das Auto bereits 2019 restauriert und zertifiziert. Beim Concours gewann es nun seine Klasse und erhielt zusätzlich den Sonderpreis „La vettura di Cinecittà“.
Trotzdem bleibt der braune SV der eigentliche Star dieser Geschichte. Gerade bei einem Miura ist die Versuchung groß, ihn schöner, spektakulärer oder zeitgemäßer machen zu wollen. Lamborghini hat sich hier für den schwierigeren Weg entschieden. Einen Miura SV so zurückzubringen, dass er wieder aussieht als wäre er gerade von Band gerollt, gelingt nur wenigen. Lamborghini hat in Rom sehr deutlich gezeigt, dass der Polo Storico diese Kunst beherrscht.
Fotos: Lamborghini
















