Bugatti W16 Mistral – Das letzte Hurra wird ausgeliefert
1.600 PS, ein W16-Motor und ein offenes Dach: Für die einen ist der Bugatti Mistral, dessen Auslieferung nun beginnt, der krönende Abschluss einer Ära, für die anderen ein überteuerter Grabstein für überaltertete Technik. Doch egal, wie man zu ihm steht, eines ist sicher: Dieses Hypercar ist kein leiser Abschied – es ist der Flammenwerfer, mit dem man sämtliche Brücken hinter sich niederbrennt.
Sechzehn Zylinder auf Crack
Seit 2005 hat der W16-Motor Bugatti definiert – als kompromissloser Gegenentwurf zur Vernunft-Politik der Autoindustrie. Im Chiron zeigte er sich in optimierter Form, im Divo wurde er noch schärfer nachgeschliffen, und im Centodieci bewies er endgültig, dass Downsizing für andere ist. In seiner ultimativen Spezifikation liefert er nun 1.600 PS aus 8 Litern Hubraum. Vier Turbos? Check. Eine Drehmoment (1.600U/min), das selbst den Mond in eine andere Umlaufbahn schicken könnte? Na klar. Und während andere Hersteller die Emotion aus ihren Autos exorzieren und künstliche Motorsounds aus dem Lautsprecher dudeln lassen, serviert Bugatti im Mistral einen ungeschnittenen Soundtrack aus purem Explosionschaos.
Habibi, hol den Mistral, wir fahren 400
453,91 km/h: Der Mistral trägt das offizielle Prädikat „schnellster Roadster der Welt“. Damit spielt der Mistral in einer anderen Liga als McLaren Elva oder Ferrari Monza SP2. Zu viel? Keinesfalls! 1.600 PS und 453,91 km/h sind genau richtig für gelegentliche Ausfahrten durch Monte Carlo und klimatisierte Sammlergaragen – also genau dort, wo niemand diese Leistung braucht, aber jeder sie sehen will. Gelegentlich trifft man Vollgas-Bugattis aber auch auf abgesperrten Rennstrecken oder auf der A31 zwischen Bottrop und Emden (Sehr wenig Verkehr, lange Gerade).

Auto als Eintrittskarte
99 Stück, alle verkauft, rund 5 Millionen Euro pro Auto. Ein Preis, bei dem selbst Milliardäre kurz Luft holen (aber nur ganz kurz) und sich dann ihren Zugang zu einem Zirkel zu sichern, der das Wort „Exklusiv“ tatsächlich verdient. Wer einen will, hat Pech gehabt – es sei denn, man ist bereit, das Doppelte auf dem Sammlermarkt hinzulegen. Mit dem W16 Mistral endet die Ära der absurd großer Motoren. Während die Zukunft mit elektrischen Luxuskreuzern …lockt…, bleibt der W16-Motor ein Monument. Ein Denkmal dass uns alle daran erinnert, dass es mal Autos gab, bei denen uns die Reichweite egal war.
Fotos: Bugatti