Brabus 900 Rocket Edition Cabrio: Eine Million Euro für die offene G-Klasse
Die kantige Dachlinie gehört zur G-Klasse wie das Reserverad am Heck. Brabus behält all diese vertrauten Konturen bei und ersetzt das feste Dach durch ein elektrisch betätigtes Stoffverdeck. Auf der Monaco Yacht Show 2026 wurde das 900 Rocket Edition Cabrio nun vorgestellt. Die viertürige G-Klasse als Cabrio? Das dürfte selbst zwischen Supersportwagen und großen Yachten auffallen.
Die technische Grundlage des Cabrio-Umbaus hatte Brabus bereits 2025 für den aktuellen G 63 der Baureihe W 465 vorgestellt. Für die Rocket-Version trifft diese Karosserie nun auf einen 900 PS starken V8. Entsprechend umfangreich fallen die Eingriffe aus: Sie reichen vom verstärkten Windschutzscheibenrahmen bis zur eigens gefertigten Kurbelwelle.
Das zweiteilige Verdeck öffnet oder schließt in 20 Sekunden. Hinter den Fondtüren sitzt ein stählerner Überrollbügel, außen mit Sichtcarbon verkleidet. Oberhalb der Türen bleiben die Dachrahmen erhalten, die den vorderen Verdeckbereich stabilisieren. Ein breiter Carbonbügel im Dach soll den Stoff bei hohem Tempo in Form halten und die Geräusche im Innenraum reduzieren. Geöffnet liegt das Verdeck hinter den Rücksitzen; eine Persenning schützt es vor Schmutz. Die Heckscheibe besteht aus beheizbarem Sicherheitsglas.

Für die Konstruktion hat Brabus nach eigenen Angaben mehr als 500 Komponenten neu entwickelt. Die verstärkte Karosserie soll die Steifigkeit des geschlossenen Ausgangsmodells erreichen. Das Cabrio-Konzept hat laut Hersteller die TÜV-Prüfungen und Zulassungsverfahren durchlaufen. Jedes fertige Fahrzeug wird außerdem mehr als zehn Stunden lang in einer Klimakammer getestet, um Dach und Dichtungen zu prüfen.
Unter der Motorhaube wächst der serienmäßige Vierliter-Biturbo auf 4.407 Kubikzentimeter. Brabus vermarktet ihn als 4,5-Liter-V8. Größere Zylinderbohrungen, geschmiedete Kolben, angepasste Pleuel und eine aus dem Vollen gefertigte Kurbelwelle mit 100 Millimetern Hub schaffen den zusätzlichen Hubraum. Dazu kommen zwei größere Turbolader mit maximal 1,4 bar Ladedruck sowie eine neu abgestimmte Motorsteuerung.

Brabus 900 Rocket Edition Cabrio
Das Ergebnis sind 900 PS bei 6.200 Umdrehungen. Das sind 315 PS mehr als beim serienmäßigen G 63. Der Motor entwickelt laut Brabus bis zu 1.250 Nm bei 2.900 Touren, allerdings wird dieser Wert elektronisch auf 1.050 Nm begrenzt. Für den Sprint auf 100 km/h nennt der Hersteller 3,7 Sekunden. Bei 240 km/h greift der elektronische Begrenzer um die Reifen zu schützen.
Die Lautstärke der Edelstahl-Abgasanlage lässt sich über die Klappensteuerung vom Cockpit aus variieren. Die Endrohre münden G-typisch vor den Hinterrädern; ihre Carbonumrandungen der Endrohre haben eine eigene Beleuchtung.

Brabus 900 Rocket Edition Cabrio
Die verbreiterten Kotflügel schaffen Platz für 24-Zoll-Schmiederäder, deren drei Speichen das Brabus-Design Monoblock II aus den späten Achtzigern aufgreifen. Vorn sitzen Reifen im Format 295/30, hinten sind es 345/25. Carbonaufsätze an den Rädern sollen Luftverwirbelungen reduzieren. Das gemeinsam mit KW entwickelte RideControl-Gewindefahrwerk erlaubt eine Tieferlegung um bis zu 45 Millimeter; die Dämpfung lässt sich über die serienmäßige Fahrprogrammwählung einstellen.
Optisch trägt der offene Rocket reichlich Sichtcarbon, einen ausgeprägten Aufbau auf der Motorhaube und eine Lackierung, die mattes mit glänzendem Schwarz kombiniert. Rote Akzente und beleuchtete Markenzeichen setzen sich bis ins Heck fort. Die G-Klasse behält ihre zwar Grundform, wirkt durch die breiten Radläufe und großen Räder aber deutlich massiger.

Brabus 900 Rocket Edition Cabrio/Foto: BRABUS
Im Innenraum dominieren schwarzes Leder und Alcantara. Das muschelförmige Steppmuster zieht sich über Sitze, Türverkleidungen und sogar die ausgekleideten Fußräume. Rote Nähte und zahlreiche rot lackierte Bedienelemente nehmen die Außenakzente auf. Ein praktisches Detail sind die geänderten hinteren Türscharniere: Sie erlauben einen Öffnungswinkel von 90 Grad und erleichtern den Einstieg in den Fond.
Brabus nennt einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 16,3 Litern auf 100 Kilometer und einen CO₂-Ausstoß von 370,6 Gramm pro Kilometer. Der Preis des gezeigten Fahrzeugs liegt bei 890.740 Euro ohne Mehrwertsteuer. Mit 19 Prozent deutscher Mehrwertsteuer ergibt das rund 1,06 Millionen Euro. Die Serie ist auf zehn Fahrzeuge begrenzt.
Fotos: BRABUS





















